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Powerwolf auf der Loreley, Alice Cooper in der Arena – und drei Festivals umsonst
Diese Woche kippt das Verhältnis. Von Montag bis Donnerstag läuft die Szene im Clubformat, ab Freitag platzt alles aus den Nähten: über 50 Shows stehen zwischen dem 24. und 30. August in NRW an, dazu ein paar Ausflüge über die Landesgrenze, für die sich das Tanken lohnt. Wer am Samstag nur an einem Ort ist, hat sich falsch entschieden – oder sehr gut.
Die Kracher der Woche
Samstag gehört die Loreley Freilichtbühne hoch über dem Rhein dem Wolfsrudel. Powerwolf bringen ihre „European Summer 2026" auf den Felsen, und der Support ist ein Paket, das anderswo als eigenes Festival durchginge: Apocalyptica mit vier Celli, Orden Ogan als sauerländisches Heimspiel und Serenity aus Tirol. Einlass 17 Uhr, und die Rheinschleife im Rücken macht die halbe Miete.
Einen Abend vorher, Freitag, fährt die Lanxess Arena in Köln das ganz große Besteck auf: Hollywood Vampires – also Alice Cooper, Joe Perry und Johnny Depp – spielen ihr Trinkerclub-Songbook aus Cover-Klassikern und eigenem Material. Cooper ist 78 und hat immer noch die beste Bühnenshow im Geschäft.
Wer zwei Tage am Stück will, fährt zum 20. Neuborn Open Air nach Wörrstadt bei Mainz. Freitag headlinen Skindred um 22:45 Uhr, davor Paleface Swiss, Grave Digger mit dem „Tunes Of War"-Jubiläumsset, Elwood Stray und Nervosa. Samstag dann Saxon, Grand Magus, The Real McKenzies, Parasite Inc. – und mit Chapel Of Disease ein Kölner Death-Metal-Export, der längst zu gut für Nachmittagsslots ist.
Grave Digger schaffen übrigens beides: Freitag Wörrstadt, Samstag Burgtheater Dinslaken beim SYLS Festival. „Support Your Local Scene" heißt das Ding, und es hält Wort – im Vorprogramm stehen Gun Barrel und Neversanity, die den Bandcontest gewonnen haben.
Der Rest der ersten Liga verteilt sich über die Woche: Uriah Heep eröffnen am Montag im Zelt des Zeltfestival Ruhr in Bochum, In Extremo spielen Samstag auf Burg Satzvey, Lacrimas Profundere bringen Freitag ihren Dark-Metal-Schmerz in den Kulttempel Oberhausen – und Sonntag machen AFI in der Live Music Hall Köln das Licht aus. Davey Havok, 30 Jahre kalifornischer Horror-Punk, in einem Club dieser Größe: das wird eng.
Underground-Perlen und lokale Helden
Der beste Zettel der Woche hängt am Jugendkulturcafé Troisdorf. Beim Butcher Fest XI am Freitag spielen Deadsquad, Jasad und Death Vomit aus Indonesien plus Fatuous Rump und Emasculated Vituperation aus Taiwan. Fünf Bands, zwei Kontinente, ein Jugendzentrum – so etwas passiert hier ungefähr einmal im Jahr.
Ähnlich weit gereist: Against Evil aus Hyderabad bringen Mittwoch ihren NWOBHM-Sound ins Pitcher Düsseldorf. Dienstag laden Speed aus Los Angeles zur Hardcore-Andacht in den Kulttempel, am selben Abend spielen Red Leather klassischen US-Heavy-Metal in der Kantine Köln. Donnerstag fahren Annie Taylor ihren Schweizer Fuzz ins Subrosa Dortmund, Samstag landen Black Wizard aus Vancouver im Culucu Kleve. Ebenfalls Samstag feiern Hans Lazer Alien Slam im Helvete Oberhausen beim Turbo Death Blast Vol. 1 die Release-Show zu ihrem zweiten Album „POWERSTRIKE!“ – Neon-Synthwave auf Metal-Gitarren geschraubt, dazu Riotforce aus Neuss und Grave Intentions aus Datteln, die kurzfristig für Hellgrav eingesprungen sind.
Und die Heimmannschaft? Die Zeltinger Band ist Samstag im Zakk Düsseldorf – Kölner Punkrock-Urgestein, das seit 1979 keinen Abend ausgelassen hat. Am Freitag füllt Jan Hegenberg das Blue Shell, Samstag feiern The Moobies im Veedel Club ihre EP „KATABASIS", und Zwakkelmann spielen umsonst an der Rathausschänke in Bottrop. Sonntag schließen AKUMA SIX zusammen mit Chiffre und Beyond The Breach im Helios 37 die Woche.
Von Hardcore über Punk bis Mittelalter-Metal
Ignite sind gleich viermal da: Dienstag Vortex Surfer Siegen, Mittwoch und Donnerstag zwei Abende im AJZ Bahndamm Wermelskirchen (der erste ist ausverkauft), Freitag Projekt 42 Mönchengladbach. Wer die Melodic-Hardcore-Institution diese Woche verpasst, hat es wirklich versucht. Samstag bringen War on Women aus Baltimore ihren feministischen Hardcore ins JKZ Hagenbusch nach Marl.
Am Samstag kann man den ganzen Tag durchmachen, ohne einen Cent für Tickets auszugeben. Im Hibernia-Skatepark Herne läuft ab mittags das KAZ Open Air mit Waving The Guns, Pisscharge, 100blumen, Angry Youth Elite und Dosenstolz – umsonst, plus Street-Skate-Contest. Zeitgleich spielt an der Konzertmuschel im Volkspark Rheinhausen das Westside im Park 13 mit Arrested Denial, den Modbirds und den Cokeras: Folk, Punk, Beat, Ska, ebenfalls Eintritt frei. Und in Marburg lädt das KFZ zum kostenlosen Sommerfest.
Wer es folkiger mag, hat die Wahl. Im Bürgerhaus Stollwerck Köln richten Haggefugg den Hexenkessel aus – eine Bühne, rund 600 Leute, dazu Storm Seeker, Vera Lux und Kupfergold. Im Eventground Wuppertal läuft parallel das Me-T-al FESTival (Met, Mittelalter, Metal) mit Harpyie und Reliquiae.
In Ostwestfalen ziehen zwei Festivals das Wochenende durch: Beim Getöse auf dem Reitplatz Mastholte eröffnen Freitag FjØRT, Samstag folgen Bilk und Acht Eimer Hühnerherzen. Das Holter Meeting in Schloß Holte-Stukenbrock stellt Freitag Soulbound und Our Mirage auf, Samstag Hi! Spencer und Skartoffel.
Dazu die Ränder: Nick Cave And The Bad Seeds Dienstag auf dem KUNST!RASEN Bonn, Madsen Freitag auf der Festung Ehrenbreitstein, Firtan Freitag im Ponyhof Frankfurt, Wine Lips Samstag in der Trompete Bochum, IQ an zwei Abenden im Zentrum Altenberg Oberhausen und Sonntag Garuda beim „Tokio Underground" im Blue Shell. Für die dunkleren Ohren: Freitag holt das FZW Dortmund mit Leæther Strip und Rhys Fulber (Front Line Assembly) zwei Namen ins Haus, die die EBM-Geschichte mitgeschrieben haben.
Nichts verpassen mit KRACH!
Über 50 Konzerte in sieben Tagen, davon allein 25 am Samstag – kein Mensch kann das im Kopf behalten. Muss man auch nicht: In der KRACH App stehen alle Shows der Woche, sortiert nach Entfernung, mit Hörprobe und Erinnerung. Runterladen, Radius einstellen, losfahren. 🤘







































































