Wenn am 31. Juli das Tor an der Schlägelstraße aufgeht, findet das Dortmund Deathfest zum vierten Mal statt – und hat den Sprung vom Geheimtipp zur Pflichtveranstaltung längst hinter sich. 24 Bands, zwei Tage, ein Schrottplatz in der Dortmunder Nordstadt: Das Junkyard ist kein Festivalgelände im üblichen Sinn, sondern genau die Kulisse, die dieser Musik steht.
Das Konzept ist unaufgeregt und funktioniert: 1.500 Leute draußen, 500 drinnen, die beiden Bühnen spielen im Wechsel. Keine Überschneidungen, keine Entscheidungen, keine verpassten Sets. Einlass ist an beiden Tagen um 13:00 Uhr.
Freitag
Den Anfang machen um 13:45 Uhr Blood Red Throne aus Kristiansand, seit 1998 eine der verlässlichsten Death-Metal-Adressen Norwegens. Drinnen übernehmen danach Voorhees, bevor Beheaded wieder nach draußen bitten – die Malteser sind seit 1991 aktiv und hierzulande selten zu sehen. Die Finnen Omnivortex bringen technischen Death Metal mit progressiven Kanten, 200 Stab Wounds aus Cleveland den Old-School-Sound, mit dem sie sich in wenigen Jahren an die Spitze der US-Szene gespielt haben. Celestial Scourge halten die Indoor-Stage norwegisch und komplex, Sanguisugabogg aus Columbus liefern draußen die Grobmotorik.
Rise Of Kronos aus Hamburg, 2021 aus der Death/Thrash-Band Surface hervorgegangen, leiten über zu Benediction – die Briten gehören seit 1989 zum Grundinventar des europäischen Death Metal. Mutagenic Host aus London vertreten die junge New Wave of British Death Metal, ehe Asphyx den Freitag draußen beschließen, niederländische Urgesteine seit 1987.
Den Schlusspunkt drinnen setzen um 22:00 Uhr Pighead. Die Niederländer Korpse mussten ihren Auftritt absagen, die 2007 gegründete Brutal-Death-Truppe rückt nach – 2025 meldete sie sich nach fast einem Jahrzehnt Funkstille mit der EP "Relapse Into Absurdity" zurück. Am Zeitplan ändert sich sonst nichts: gleicher Slot, gleiche Uhrzeit, anderer Name.
Samstag
Brat aus New Orleans eröffnen mit Deathgrind zwischen Blastbeats und Hardcore-Breakdowns. Drinnen folgen Unhallowed Deliverance, technischer Brutal Death aus Nordrhein-Westfalen und damit das erste von zwei Heimspielen des Wochenendes. Jungle Rot aus Wisconsin haben seit 1992 den groovigsten Death Metal des Line-ups im Gepäck, Messticator aus Hamburg die Thrash-Schlagseite.
Das Highlight des Wochenendes steht schon am frühen Samstagnachmittag an: Um 16:25 Uhr spielen Cryptopsy ein Sonderset zu "None So Vile". Das zweite Album der Kanadier erschien 1996, wird dieses Jahr also 30 – und gilt bis heute als eine der Messlatten für technischen Brutal Death Metal. Ein eigenes Set dafür bekommt man nicht alle Tage.
Fleshworks aus Osnabrück halten drinnen den Old-School-Faden, Misery Index aus Baltimore draußen die Grindcore-Fraktion. Nach Carnal Tomb aus Berlin kommen Immolation: seit 1988 aus Yonkers, dissonant, unbequem, prägend. Embrace Your Punishment aus Valenciennes bringen den Hardcore-Einschlag, bevor Deicide aus Tampa den Samstag draußen beenden. Den allerletzten Ton des Wochenendes haben Stillbirth aus Hagen.
Wer noch hin will, sollte sich beeilen. Der Samstag ist ausverkauft, die Early-Bird-Kontingente ebenfalls. Übrig sind Freitagstickets für 71,50 Euro und Zwei-Tages-Tickets für 132 Euro – und weil das Gelände hart auf 1.500 Besucher begrenzt ist, gibt es an der Abendkasse nichts nachzuschieben.



























